Technik und Studio (4)

(1999 - 2000)

Ende 1998 begannen die Aufnahmen für das dritte Album „Faith And Decay“, was im Sommer 1999 erscheinen sollte. Nach wie vor arbeiteten THE ESCAPE mit Cubase Audio XT und dem Session 8 (das inzwischen erschienene Cubase VST unterstützte Session 8 nicht mehr). Für die deutlich gitarrenlastigere „Faith And Decay“ wurden wesentlich mehr Gitarrenspuren als bisher benötigt, langsam musste man tricksen, um noch mit 8 Audiospuren zurechtzukommen. Heikos neue Ibanez-Gitarre erhielt mit dem Tubeman die nötige Portion Röhre, während Ingos Gitarren nach wie vor (insbesondere bei Solo- und Cleansounds) aus dem Zoom 4040 stammten. Neuerung war außerdem die „echte“ Bassgitarre, mit der Ingo die Basslinie zu „I Remember“ einspielte (er wurde auch noch bei „Tears In December“ und „Fear“ eingesetzt).

Synthesizermäßig kamen vor allem der JV 90, der Alesis S4 und der CS1x zum Einsatz, aber auch der K4R wurde noch hier und da noch eingesetzt (z.B. Bass bei „Psychosis“). Das Piano bei „Pale Angel“ ist ein Yamaha CLP 840, welches neben einer außerordentlich gut spielbaren Tastatur einen sehr angenehmen und (für damals) sehr authentischen Pianoklang hatte. Es wurde im Studio zum eigentlichen Masterkeyboard für das Recording, das LMK3 wurde nur noch live eingesetzt.

Annuvin-Studio mit CS1x, JV90 und Yamaha CLP 840

Auch in der Studioperipherie hatte sich einiges getan, diverse Effektgeräte und Signalprozessoren hatten ihren Weg ins Annuvin-Studio gefunden, ein zweiter PC (inzwischen beide auf 350 MHz) war als Masteringmaschine mit Wavelab ausgestattet worden, was ein Mastering in einem professionellen Masteringstudio jetzt auch weitgehend überflüssig machte.

Dennoch war klar, dass man mit dem Session 8, das keine Ausbaumöglichkeit bot, in einer Sackgasse war. Man hätte zwar das 882 Inteface mit einem System wie Pro-Tools nutzen können, aber das konnte man sich beim besten Willen nicht leisten. Also komplette Systemumstellung. Heiko und Ingo entschieden sich für Yamahas DSP-Factory, die neben 16 Audiokanälen auch eigene Effektprozessoren zur Entlastung des Hauptprozessors im Rechner bot. Und: die DSP-Factory lief mit Cubase VST! Leider war das interne Routing der DSP-Factory in Cubase VST derart verworren, dass die anfängliche Freude zunächst einem gewissen Frust wich (wer mal damit gearbeitet hat, weiß, was ich meine...), aber irgendwann war die Kiste im Griff.

Während schon erste Versionen neuer Songs entstanden, stieg Elten kurz vor der Tour mit L Àme Immortelle aus der Band aus.

Die Tour fand aber trotzdem noch statt (Heiko und Ingo hatten schon ein Notprogramm auf die Beine gestellt, falls Elten während der Tour schon gehen sollte...). Im Wesentlichen stützte man sich auf das Setup der letzten Tour:

 

Ingo:

Keyboardständer:

Döpfer LMK 3

Roland JV 90

Im Rack:

Aiwa DAT-Recorder

Korg 01R/W

Alesis S4

Yamaha RM50

Roland M480

Shure Gitarrensendeanlage

Anatek Midipatchbay

Gitarren:

Epiphone Les Paul

Jackson PS4

Vester 12 String

Vester Aktiv-Bass

Effekte:

Zoom 4040

 

Heiko:

Keyboardständer:

Roland XP50

Gitarre:

Ibanez RG 270

Effekt :

Hughes&Kettner Tubeman

 

Pete:

Alesis Quadraverb

Yamaha 2031A Equalizer

 

Mit diesem Equipment spielten THE ESCAPE auch auf dem 9. WGT in Leipzig auf der großen Bühne der Agra-Halle im Rahmen des „Notprogramms“

 

Mit dem Ausstieg von Elten änderte sich das Live Setup radikal, da ja nun Ingo Sänger und Frontmann war und sich somit nicht mehr hinter seinen Keyboards verschanzen konnte. Mit Thorsten Lawrenz kam zum ersten mal ein „echter“ Gitarrist in die Band, also einer, der mit einem gewissen Purismus an seinem Marshall-Amp und einer Röhrenverzerrung hing und für den es absolut nicht egal war, ob er eine Backline hatte, oder nicht. Daher gab es zunächst einen gewissen Anpassungsprozess beider Seiten aneinander: Heiko und Ingo lernten, dass man als Gitarrist sehr wohl selbst die Lautstärke mit einem Pedal regeln konnte, ohne dass der Gesamtsound litt und Thorsten stellte fest, dass es zwischen Gitarre und Röhrenverstärker noch die Möglichkeit vieler feiner Effekte gibt und dass das manchmal sogar gut klingt.

Die Keyboards traten inzwischen fast völlig in den Hintergrund. Das altgediente LMK3 wurde verkauft und durch einen Alesis QS8.1 ersetzt, der den Vorteil bot, Hammermechanik in der Tastatur mit einem breiten Klangspektrum zu verbinden. Es war angesichts des schwindenden Keyboardanteils im Live-Set nicht mehr nötig, mehr als dieses eine Keyboard mitzunehmen. Thorsten hatte sich inzwischen damit angefreundet, bei Ermangelung einer Backline mit seinem Line6 Pod direkt Line-out zu spielen, Heiko benutzte nach wie vor seinen Tubeman und Ingo (bei den wenigen Gitarrenparts) sein Zoom 4040.

Die entscheidende Änderung betraf aber das DAT: es wurde ersetzt durch ein digitales 8-Spursystem, den Darwin von EMU. Dieser bot den Vorteil, getrennte Spuren für Sequencing, Bass und Drums zu liefern, was es Pete einfacher machte, den Live Sound transparent zu gestalten. Bisher war er auf eine Stereospur des DAT-Recorders angewiesen. Der Darwin bedeutet die Möglichkeit, die Band abzumixen, als wären es wesentlich mehr Musiker mit jeweils eigenen Kanälen. Effekte und Equalizing waren nun getrennt für Bass und Bass-Drum, Synths und Snare einstellbar. Leider benötigte die neue Freiheit etwas mehr Aufbauzeit und Soundcheck als bisher, so dass bei Zeitknappheit oder fehlendem Soundcheck trotzdem wieder auf das DAT zurückgegriffen wurde (z.B. bei großen Festivals).

 

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